Depression bei Morbus Parkinson


Depression bei Morbus Parkinson

Im Zusammenhang mit der Parkinson-Krankheit kommt es bei vielen Betroffenen zu trauriger und niedergeschlagener Stimmung. Dieser Zustand kann mit einem Verlust von Interesse an der Umgebung, Antriebsmangel und Freudlosigkeit verbunden sein. Hält ein solches Stimmungstief über einen Zeitraum von mehreren Wochen an, spricht man von einer Depression. Ein weiteres häufiges Problem bei Parkinson sind Angstzustände, die allein oder gemeinsam mit einer Depression auftreten können.

Depression und Ängste bei Morbus Parkinson sind nicht nur eine seelische Reaktion auf die Folgen der Krankheit, sondern können auch direkt durch die krankheitsbedingten Veränderungen der Botenstoffe im Gehirn zustande kommen.

Das Erkennen einer Depression bei Parkinson ist nicht immer einfach, weil Mimik, Stimme und Gestik durch die Krankheit nicht mehr so ausdrucksstark sind. Oft fällt es Ehepartnern, Ärzten oder anderen Kontaktpersonen schwer, die Stimmung des Patienten richtig einzuschätzen.


Wichtige Fragen zur Klärung des Befindens sind:

  • Bereiten angenehme Aktivitäten oder positive Ereignisse keine Freude mehr?
  • Wird der eigene Zustand als verzweifelt und hoffnungslos empfunden?
  • Fehlt es an Antrieb, Energie und Motivation?
  • Haben Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl stark nachgelassen?
  • Bestehen Appetitlosigkeit und / oder Schlafstörungen?

Je mehr dieser Fragen mit "Ja“ beantwortet werden, desto wahrscheinlicher ist das Vorliegen einer Depression. Gemeinsam mit den Angehörigen und dem Arzt sollte zunächst festgestellt werden, ob sich die Stimmung durch unterstützende Gespräche oder Veränderungen der Lebenssituation bessern lässt. In manchen Fällen kann auch eine Psychotherapie hilfreich sein, deren Kosten auf Antrag von der Krankenkasse übernommen werden können.


Behandlung von Depressionen

Die Behandlung der Depression bei Parkinson mit Medikamenten zielt darauf ab, den gestörten Haushalt der Botenstoffe zu normalisieren. Damit das richtige Medikament ausgewählt werden kann, sollten folgende Fragen geklärt werden:

Bestand die Depression schon vor oder zu Beginn der Parkinson-Krankheit?
Manchmal kann hierbei eine Behandlung mit Parkinson-Medikamenten die Depression bessern oder beseitigen.

Ist die Stimmungslage abhängig von Wirkungsschwankungen der Parkinson-Medikamente?
Hier sollte zunächst versucht werden, durch eine verbesserte Einstellung der Parkinson-Medikamente eine gleichmäßige Wirkung zu erzielen.

Bestehen Müdigkeit oder Schlafstörungen?
Unter den Medikamenten gegen Depression (Antidepressiva) gibt es Präparate, die schlaffördernd wirken, während andere zu vermehrter Wachheit führen.

Bestehen Trugwahrnehmungen, Verwirrtheitszustände oder Hirnleistungsstörungen?
Einige Antidepressiva wirken sich hier ungünstig aus. Fragen Sie Ihren Arzt.

Beachten Sie, dass die Wirkung von Antidepressiva meist erst nach mehreren Wochen einsetzt. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Wirkungen zu erwarten und welche Nebenwirkungen möglich sind.


Angstprobleme und Ihre Behandlung

Angst kann sich bei der Parkinson-Krankheit in Form von Panikattacken äußern, bei der oft auch körperliche Beschwerden wie Atemnot, Schwindel und Herzrasen bestehen. Andere Patienten leiden unter länger andauernden Angstgefühlen, wobei dem Betroffenen manchmal gar nicht verständlich ist, wovor er sich eigentlich ängstigt.

Häufig stehen Angstgefühle im Zusammenhang mit Zuständen verminderter Beweglichkeit und lassen sich dann durch eine verbesserte Einstellung der Parkinson-Medikamente bessern. Ist dies nicht der Fall, muss eine spezielle Therapie der Angst erfolgen, wobei zu beachten ist, dass viele angstlösende Medikamente bei regelmäßiger Einnahme zu Abhängigkeit führen.

An erster Stelle in der Behandlung von Ängsten sollte das Gespräch mit dem Partner, dem Arzt und anderen Vertrauenspersonen stehen.