Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit


Schlafstörungen treten bei der Parkinson-Krankheit als Folge der Krankheit selbst, durch Nebenwirkungen der Medikamente und aus anderen Ursachen sehr oft auf. Die häufigsten Beschwerden sind:

Probleme beim Einschlafen und häufiges Aufwachen

Hier ist besonders darauf zu achten, dass abends keine aufmunternden (Parkinson-) Medikamente eingenommen werden. Hierzu zählen vor allem Präparate, die die Wirkstoffe Selegilin oder Amantadin enthalten. Wird das Einschlafen durch Missempfindungen in den Beinen gestört, die sich erst beim Bewegen oder Laufen bessern, kann ein sogenanntes Restless-legs-Syndrom vorliegen. Dieses lässt sich oft durch abendliche Einnahme zusätzlicher Parkinson-Medikation bessern.

Die vorübergehende Einnahme milder Schlafmittel ist bei Parkinson-Krankheit möglich. Einfache "Hausmittel“ sollten aber vorher ausprobiert werden. Hierzu zählen zum Beispiel warme Fußbäder oder Bewegungsübungen vor dem Schlafengehen. Auch Entspannungstechniken wie das autogene Training können bei Einschlafstörungen sehr hilfreich sein.

Nächtliche Steifigkeit, Unbeweglichkeit und Schmerzen

Besonders in der zweiten Nachthälfte kann es durch das Absinken des Medikamentenspiegels zu starker Unbeweglichkeit kommen. Das Drehen im Bett und das Aufstehen fallen dann schwer oder sind unmöglich. Oft ist dieser Zustand auch mit Schmerzen verbunden. Besonders unangenehm sind schmerzhafte Fuß- und Zehenkrämpfe, die vor allem in den frühen Morgenstunden auftreten.

Besprechen Sie diese Probleme mit Ihrem Arzt. Meistens kann die Einnahme eines lang wirksamen Parkinson-Medikamentes vor dem Einschlafen Linderung verschaffen. Manchmal ist es auch notwendig, beim Erwachen in der zweiten Nachthälfte ein Parkinson-Medikament einzunehmen.

Nächtlicher Harndrang

Muss die Blase jede Nacht mehrfach entleert werden, sollte zunächst darauf geachtet werden, ob der Harndrang im Zusammenhang mit verstärkter Unbeweglichkeit und Steifigkeit steht. In diesem Fall kann dann die abendliche Einnahme lang wirksamer Parkinson-Medikamente die Blase beruhigen. Hilfreich ist es auch, die abendliche Trinkmenge zu reduzieren (dafür aber morgens und mittags mehr trinken!) und auf die regelmäßige Blasenentleerung vor dem Zubettgehen zu achten. Helfen diese Maßnahmen nicht, sollten durch den Arzt andere Ursachen für vermehrten Harndrang (z. B. Blasenentzündung, Herzschwäche) ausgeschlossen werden. Manchmal ist die Einnahme von Medikamenten notwendig, die die Blase beruhigen.

Bei allen nächtlichen Ein- und Durchschlafproblemen sollten regelmäßige Zeiten für das Zubettgehen eingehalten und tagsüber Mittagsschlaf und Nickerchen vermieden werden. Nicht selten stehen Schlafstörungen bei Parkinson auch im Zusammenhang mit Depressionen.

Beachten sie hierzu das Kapitel: Depression bei Morbus Parkinson

Lebhafte (Alb-)Träume und nächtliche Unruhe

Oft ist eine zu starke Medikamentenwirkung die Ursache von lebhaften (Alp-)Träumen und nächtlichen Unruhezuständen. Diese Probleme müssen unbedingt mit dem Arzt besprochen werden, da meist eine Veränderung der Medikamenteneinstellung notwendig ist. Dabei sollte unbedingt auch der Partner des Betroffenen zu den nächtlichen Ereignissen befragt werden.

Vermehrte Tagesmüdigkeit

Dieses Problem kann sowohl durch nächtliche Schlafstörungen als auch durch Medikamente hervorgerufen werden. Vermehrte Müdigkeit, die bei einer Umstellung der Parkinson-Medikamente eintritt, kann sich nach einigen Tagen oder Wochen unter regelmäßiger Einnahme bessern. Sollte dies nicht der Fall sein, muss der Arzt darüber informiert werden. In jedem Fall ist bei vermehrter Müdigkeit die Frage der Fahrtauglichkeit mit dem Arzt zu besprechen.