Störungen von Magen, Darm und Blase


Störungen von Magen, Darm und Blase bei Morbus Parkinson, Kreislaufstörungen bei Morbus Parkinson

Störungen der Verdauung, vermehrter Harndrang und Kreislaufprobleme treten bei der Parkinson-Krankheit häufig auf, da auch der Teil des Nervensystems erkrankt ist, der die inneren Organe reguliert (vegetatives Nervensystem).

Durch verminderte Aktivität des Magens und des Darmes kann es dabei zu Völlegefühl, Aufstoßen, Verstopfung und Stuhlverhärtung kommen. Der vermehrte Harndrang ist besonders dann störend, wenn der Gang zur Toilette wegen der verlangsamten Beweglichkeit erschwert ist.

Kreislaufprobleme machen sich besonders durch Schwindel beim raschen Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen bemerkbar. Ursache des Schwindels ist häufig eine Blutleere im Kopf beim Absacken des Blutes in die Beine. Oft wird diese Form von Kreislaufschwäche durch Parkinson-Medikamente noch verstärkt.


Verhaltensregeln zur Linderung von Beschwerden

Bei Völlegefühl und Aufstoßen:

Öfters kleine Zwischenmahlzeiten einnehmen, dafür zu den Hauptmahlzeiten weniger essen. Weniger fettreiche Lebensmittel. Verschiedene Medikamente können die Magenentleerung beschleunigen. Domperidon (z. B. Motilium ®) hat sich bei Parkinson bewährt. Metoclopramid (z. B. in Paspertin ® oder MCP ® enthalten) darf nicht eingenommen werden, da dieser Wirkstoff die Parkinson-Symptome verstärkt.

Wichtig: Magenträgheit und eiweißreiche Mahlzeiten können die Ursache für verzögerte oder ausbleibende Wirkung von Parkinson-Medikamenten mit dem Wirkstoff L-Dopa (z. B. in Isicom ®, Madopar ®, Nacom ®) sein. Deshalb sollten diese Präparate mindestens 30 Minuten vor oder 60 Minuten nach (eiweißhaltigen) Mahlzeiten eingenommen werden.

Bei Verstopfung und Stuhlverhärtung:

Die Ernährung sollte viel ballastreiche Nahrungsmittel enthalten. Hierzu zählen zum Beispiel Vollkornprodukte, Trockenobst und Leinsamen. Wichtig ist auch, ausreichend zu trinken. Die Trinkmenge sollte mindestens zwei Liter pro Tag betragen. Bei bekannter Herzschwäche oder "Wasser in den Beinen" sollte die Trinkmenge aber mit dem Arzt besprochen werden.

Regelmäßige Bewegung, zum Beispiel Spaziergänge oder Gymnastik, fördert die Verdauungstätigkeit.

Beachten Sie, dass täglicher Stuhlgang medizinisch nicht notwendig ist. Ist die Häufigkeit des Stuhlgangs trotz Einhaltung der Verhaltensregeln geringer als 2 - 3 mal pro Woche können Abführmittel eingenommen werden. Als günstig hat sich dabei Makrogole (z. B. Movicol ®) erwiesen.

Bei starkem Harndrang:

Bei starkem Harndrang auf regelmäßige Blasenentleerung, z.B. vor dem Zubettgehen achten. Wenn der Harndrang im Zusammenhang mit Wirkungsschwankungen der Medikamente eintritt, sollte versucht werden, durch eine Umstellung der Parkinson-Medikamente eine gleichmäßige Beweglichkeit (und Blasenfunktion) zu erreichen.

Bleibt der Harndrang trotz optimaler Einstellung der Parkinson-Medikamente bestehen, kann die Gabe von sogenannten Anticholinergika (Medikamente, die zur Entspannung der Blase führen) überlegt werden. Dies sollte jedoch erst nach gründlicher Untersuchung durch einen Urologen erfolgen. Auf keinen Fall sollten diese Medikamente eingenommen werden, wenn während des Wasserlassens keine vollständige Blasenentleerung erfolgt.

Ein unbemerktes, unkontrolliertes Wasserlassen ohne vorangegangenen Harndrang ist nicht typisch für die Parkinson-Krankheit. Tritt unbemerkter Abgang von Urin auf, sollte untersucht werden, ob eine andere Störung der Blase oder des Nervensystems vorliegt.

Bei Kreislaufproblemen:

Schwindel beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen lässt sich durch langsames Aufstehen bessern oder verhindern. Die Einnahme von viel Flüssigkeit und viel Salz führt zu einer stärkeren Füllung der Blutgefäße.

Vorsicht aber bei Herzschwäche oder Bluthochdruck. Den Oberkörper nachts etwas hochlagern.

Sogenannte Kompressionsstrümpfe (im Sanitärhandel erhältlich) können das Versacken des Blutes in den Beinen vermindern. Bleibt der Schwindel trotzdem bestehen, kann die Einnahme eines kreislaufstärkenden Medikamentes notwendig werden.